Der Wald

In meinem Wald will ich Natur und menschlichen Lebensraum in Einklang bringen.
Dazu wird der "übernommene" Wirtschafts-Wald zu einem naturnahen Hochwald entwickelt werden. Der Gedanke dabei ist Natur nicht dadurch entstehen lassen daß man auf menschliche Eingriffe einfach verzichtet sondern in dem die menschliche Nutzung in einer Weise erfolgt welche natürliche Entwicklung vorwegnimmt.

"Lebensraum" soll das "Wald-Dorf" mit seinen verstreuten Blockhütten auf historischen Hausstellen bieten.
Ein warmes Dach über dem Kopf wie man es im Norden schon immer hatte. Bevor bei modernen Wohnungen und Einfamilienhäusern die Anzahl der Räume in dem Maß zunahm wie die Anzahl seiner Bewohner zurück ging. Bevor sich Einzimmerwohnungen als "Tiny-Häuser" auf den Weg aus den Städten machten.

Mensch und Natur können in Eintracht miteinander bestehen wenn der Mensch darauf verzichtet Natur auszubeuten. Aus-Beuten das ist mehr als "zu nutzen". Ausbeuten ist zu nutzen ohne Rücksicht
Den Wald als "Rohstoffquelle" für Bau- und Heizmaterial nutzen - Zugleich aber ein "Biotop" entstehen lassen das einer natürlichen Waldgesellschaft mit der Zeit näher kommt als der heutige "Wirtschaftswald".

Ein Wald der nicht nur von einzelnen (wirtschaftlich relevanten) Baumarten einer Altersklasse bestimmt ist. Ein Wald der das Wort "Umtriebszeit" und damit Kahlschläge nicht kennt und in dem nur einzelne Bäume oder höchstens kleinere Gruppen eingeschlagen werden.

"Konflikte" mit der menschlichen "Freizeitnutzung" entstehen vor allem durch durch die heutige "rationalisierte" Waldbewirtschaftung: Totholz und aufkommende "Dickung" die beide die Nutzung des Walds für Menschen aber auch Weidevieh zeitweise unattraktiv machen.

Totholz ist für viele (selten gewordene) Insektenarten ein entscheidender Lebensraum. Allerdings sind viele Arten auf "starkes" - altes Totholz - angewiesen während andere Arten von sterbenden "jüngeren" Bäumen profitieren.
Der Borkenkäfer als weit verbreitetes Problem hat seine Ursache vor allem in diesem Zusammenhang. In stark "fichtenlastigen" Beständen ähnlichen Alters ist das Gros der Bäume entweder einem schwächenden starken Konkurrenzdruck ausgesetzt - oder erleben in Folge von "zuviel Licht und Luft" häufiger "Trockenstress". Die so geschwächten Bäume sind damit weniger widerstandsfähig gegen Angriffe von Borkenkäfern.

Während im "Urwald" eher die für den Borkenkäfer "unattraktiven" kleinsten Bäume im Konkurrenzkampf um Licht unterliegen - sterben im Wirtschaftswald Bäume die ähnlich alt sind wie die Überlebenden.
Die Entnahme der vom Borkenkäfer befallenen Bäume stellt jedoch die verbleibenden Bäume frei und erhöht damit deren Stress durch Wind und Austrocknung.
Das oft vollständige Fehlen von Bodenvegetation ist das deutlichste Anzeichen dafür daß der Fichten-Wirtschaftswald keine "Natur" ist.

Im "Urwald" mit seinen relativ wenigen - jahrhunderte alten - Baumriesen vergehen Jahrhunderte bis ein mächtiger Baum schließlich stirbt und dann über den langen Zeitraum von rund 100 Jahren verrottet.
Auf der selben Fläche wachsen im Wirtschaftswald nicht nur über 10 mal so viele Generationen von Bäumen heran - es fallen auch entsprechend mehr Bäume durch Konkurrenz und Bewirtschaftung aus. Dabei fällt zwar relativ mehr Totholz an - Allerdings Totholz das für die meisten auf Totholz angewiesene Insektenartenrten relativ unattraktiv ist.
Es profitieren also einzelne Arten während vielen Anderen der Entwicklungs- und Lebensraum entzogen ist.


Der Umbau von "Wirtschaftswald" zu "Urwald" kann langfristig natürlich auch dadurch erfolgen daß sich der Mensch als "Störfaktor" zurückzieht.

Ich denke daß der Umbau hin zu einem "Urwald" (naturnahen Wald) in "menschlichen Zeitdimensionen" eher gelingt wenn der Mensch dem Wald dabei hilft einen Bestand mit großen Bäumen zu bilden.

Dieser "Umbau" wird wohl nur deshalb nicht "propagiert" weil er für eine mit großen Maschinen arbeitende Holzwirtschaft unattraktiv ist. Er würde nicht nur bedeuten "wertvolles Holz" im Wald stehen zu lassen - sondern auch bedeutend mehr Arbeit.
Diesen Rückbau - in Verbindung mit einer weiteren - einer naturverträglichen - weiteren Nutzung ist nur mit einer "traditionellen" Waldnutzung möglich. Eine Waldnutzung die zwar durchaus wirtschaftlich ist - allerdings nicht wirtschaftlich im Sinne einer industrialisierten Forstwirtschaft.


Meine Herangehensweise ist relativ wenige alte/größere Bäume als Grundlage für einen "alten Wald" zu schonen und unter deren Schirm auch die Verjüngung in naturgemäßen Grenzen zu halten.
Bis dahin habe ich die Möglichkeit "mittelalte" Bäume zur Nutzung zu entnehmen und kann das Aufkommen von Sämlingen begrenzen.
Daraus ergibt sich ein Wald der sich einerseits in Richtung eines potenziellen "Urwalds" bewegt - dabei aber den Bedürfnisse von "Freizeitnutzung" bzw. "menschlichem Lebensraum" entgegen kommt.